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Wie lief das erste Quartal in 2026 im Modehandel? Wie spürbar sind die Verschiebung der Ostertage? Marc Unterbrink liefert die Antworten.
Veröffentlicht am 15.04.2026

Das erste Quartal war schwierig im stationären Modehandel. Was waren die Gründe? Wie groß war der Einfluss des um zwei Wochen früher liegenden Osterfestes? Und wie haben sich die wichtigsten Kennzahlen entwickelt? h + p-Gesellschafter Marc Unterbrink im Gespräch.
TextilWirtschaft: Andauernder Winter, Iran-Krieg, steigende Benzinpreise – was hat das fürs erste Quartal im Modemarkt bedeutet?
Marc Unterbrink: Wie erwartet war der Jahresstart nicht einfach und die Konsumstimmung ist weiterhin getrübt. Der VK-Umsatz hat sich aufgelaufen per März mit minus 3,6% zum Vorjahr entwickelt. Der Stückumsatz ist im gleichen Zeitraum um 1,9% gesunken. Auch die Besuche und Kauftage je Kunde waren im ersten Quartal rückläufig.
Wie haben sich die Umsätze in den einzelnen Segmenten in Ihrem Panel in den ersten drei Monaten entwickelt?
Die DOB entwickelte sich mit minus 3,4% aufgelaufen zum Vorjahr. In der Stückbetrachtung ging der Umsatz 1,6% zurück. Der HAKA-Bereich schloss im Umsatz mit minus 3,8% zum Vorjahr ab, in der Stückbetrachtung waren es minus 3,3%. Auch die einzelnen Sortimente haben sich überwiegend rückläufig entwickelt.
Und wo lief es am besten?
Am besten konnte sich noch die KOB mit minus 0,5% aufgelaufen zum Vorjahr halten. Die Damenwäsche zog das Gesamtergebnis sehr drastisch nach unten mit minus 7,5% in unserem HIT-Kreis, während die Herrenwäsche mit minus 3,5% ähnlich zum Bekleidungsbereich abschloss.
Welche Produktgruppen waren besonders gefragt?
In der DOB waren es in den ersten drei Monaten vor allem die Strickjacken (plus 2,5%), die Jacken (plus 2,4%), Sweatshirts (plus 1,7%) und die Blazer (plus 1,1%). Die anderen DOB-Sortimente schlossen pari oder negativ zum Vorjahr ab. Die Warengruppen in der HAKA sahen besser aus als in der DOB. Die Polos konnten hier plus 7,2% zum Vorjahr erzielen, gefolgt von den Pullovern mit plus 4,3%. Auch die Jacken und Baukästen konnten mit jeweils plus 1,6% ein positives Ergebnis erzielen.
Wie haben sich LUG, Abschriften, Ertrag und Conversion Rate entwickelt?
Die LUG sank im ersten Quartal um 0,1 Punkte zum Vorjahreszeitraum. Auch der Nettorohertrag reduzierte sich um 3,5% zum Vorjahr. Die Marktbedingungen führten auch zu einer Erhöhung der Abschriften von 0,7 Prozentpunkten, wobei ebenfalls der Anteil der Rotpreis-Artikel um 0,9 Prozentpunkte stieg. Die Conversion Rate verringerte sich in dem Zeitraum um 0,1 Prozentpunkte.
Ostern war in diesem Jahr zwei Wochen früher als 2025. Welchen Einfluss hat das auf die aktuellen Umsätze?
Das Ostergeschäft hat durchaus Einfluss auf die Umsätze, schon alleine durch die fehlenden Verkaufstage an den Feiertagen. Die diesjährigen Osterwochen haben spürbar schlechter performt als die Osterwochen im vergangenen Jahr. Beim direkten Vergleich dieser Wochen sank der Umsatz um 5,6% und der Nettorohertrag um 4,0%. Aber es gibt auch Lichtblicke: Mit gezielten Oster-Aktionen gelang es vereinzelt Händlern, in den Feiertags-Wochen für Frequenz und Umsatz zu sorgen.
Wie ist Ihr Panel in den April gestartet?
Die erste Woche im April war die 14. Woche und Osterwoche. Unser HIT-Kreis schloss mit einem Minus von 11,7% zum Vorjahr ab, allerdings hatte die Vorjahreswoche durch die Feiertagsverschiebung einen Verkaufstag mehr. Vor allem bei der Frequenz sehen wir einen starken Rückgang von minus 10,6% zum Vorjahr. Die zweite April-Woche, ebenfalls mit einem Verkaufstag weniger als im Vorjahr, liegt bei einem Minus von 3,2%.
Was stimmt Sie positiv mit Blick auf das zweite Quartal? Welche Risiken sehen Sie?
Jede Herausforderung bietet auch Chancen. Chancen, Prozesse zu optimieren, Kosten zu hinterfragen, KI sinnvoll einzusetzen, näher an die Kunden zu rücken, sich immer neu zu erfinden und weiterzuentwickeln. Ich sehe gerade, wie viele dieser Chancen genutzt werden – und das stimmt mich positiv! Unser aktuelles Jahrbuch zeigt, dass einige Händler durch gezielte Maßnahmen durchaus positive Ergebnisse erzielen. Das Risiko von immer größer werdenden geopolitischen Konflikten, mit all ihren Auswirkungen auf Konsumlaune, Preiserhöhungen und Warenverfügbarkeiten, ist leider weiterhin sehr präsent.
TextilWirtschaft, Anja Haak und Aziza Freutel: H+P-Analyse: "Die Osterwochen haben spürbar schlechter performt" (Dienstag, 14. April 2026)
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