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Effekte der Fußball-WM

Sportliche Großereignisse können die Nachfrage pushen. Insgesamt zeigt sich die Modenachfrage im h+p-Kreis im April aber verhalten.

Veröffentlicht am 19.05.2026

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Textilwirtschaft: „Effekte der Fußball-WM lassen sich schon erkennen“

TextilWirtschaft: Dank der steigenden Temperaturen zieht es viele wieder mehr nach draußen – in die Cafés, zum Bummeln oder auch zum Sport treiben. Zeigt sich das auch in der Modenachfrage?

Felix Groß-Vallee: Der April präsentierte sich frühlingshaft und bot aus Wettersicht gute Voraussetzungen für den Modehandel. Gleichzeitig wirkten sich jedoch zahlreiche geopolitische Entwicklungen spürbar belastend auf die Konsumstimmung aus. Entsprechend schloss unser HIT-Kreis den April mit einem Minus von 7,0% gegenüber dem Vorjahr ab.

Wie fiel der Umsatz im Sportbereich aus? Haben Großereignisse wie die Olympischen Winterspiele oder auch die Fußball-WM Einfluss auf die Modenachfrage?

Der Sportbereich verzeichnete zu Ende April ein aufgelaufenes Umsatzminus von 4,8% im Vergleich zum Vorjahr. Sportliche Großereignisse haben grundsätzlich Einfluss auf die Nachfrage, allerdings meist fokussiert auf die jeweils betroffene Sportart. Diese Effekte lassen sich bereits in den aktuellen April-Zahlen erkennen.

Inwiefern?

Positiv entwickelten sich im April insbesondere das Fußballsegment mit einem Plus von 6,5% zum Vorjahr sowie der Wintersportbereich mit plus 6,0%. Alle übrigen Sportbereiche lagen hingegen unter Vorjahresniveau.

Wie haben sich die verschiedenen Sortimente insgesamt in Ihrem Kreis im April entwickelt?

Die DOB schloss den April mit einem Umsatzminus von 4,5% zum Vorjahr ab, die HAKA lag bei minus 7,6%. Aufgrund des Umsatzrückgangs im April verlor auch der Nettorohertrag 6,1% zum Vorjahr. Gleichzeitig stieg der Lagerbestand um 1,9%, wodurch sich die LUG im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte reduzierte.

Welche Produkte wurden besonders nachgefragt?

In der DOB zeigte sich im April ein differenziertes Bild. Zu den stärksten Sortimenten zählten Strickjacken sowie Sweatshirts. Auch die Jacken-Umsätze entwickelten sich positiv. Auffallend war zudem, dass Blazer mit plus 6,4% über Vorjahr lagen. In der HAKA waren weiterhin Strickwaren sowie der Baukastenbereich die stabilsten Segmente. Auch Jacken konnten sich mit einem leichten Plus von 1,1% gegenüber dem Vorjahr behaupten.

Wie haben sich die anderen Kennzahlen wie Ertrag, LUG, Conversion Rate, Abschriften und Rotpreisanteil entwickelt?

Obwohl die Frequenz im April 8,2% unter dem Vorjahresniveau lag, erhöhte sich die Conversion Rate um 0,1 Prozentpunkte. Die Abschriften sanken um 0,6 Prozentpunkte, bei einer leichten Erhöhung des Rotpreisanteils um 0,4 Prozentpunkte.

Wie war umsatzmäßig der Start in den Mai?

Mit dem ersten Mai als Feiertag fiel der erste Freitag des Monats weg. Der erste Samstag des Monats brachte dann ein Umsatzplus von 2,2% zum Vorjahr. Die erste gesamte Mai-Woche (19. Woche) schloss hier an und in unserem HIT-Kreis wurde zumindest ein kleines Plus von 0,5% zum Vorjahr erzielt. Der Stückumsatz stieg in der Woche um plus 2,0% zum Vorjahr an.

Welchen Umsatzeffekt erwarten Sie von der Fußball-WM?

Sportliche Großereignisse sorgen regelmäßig für kommerzielle Impulse im Mode- und Sporthandel. Solche Events schaffen Aufmerksamkeit und Emotionalität, viele Konsumenten möchten Teil des Gesamterlebnisses sein. Ich erinnere an die große EM-Trikot-Aktion eines Vergleichsportals in 2024.

Wie können Modeanbieter das Großereignis für sich nutzen?

Der Schlüssel liegt darin, das Event direkt auf die Fläche und zum Kunden zu bringen. Fußballbezogene Aktionen, thematische Events oder auch Pop-up-Konzepte können zusätzliche Frequenz erzeugen und Kunden gezielt in die Geschäfte ziehen.

Wie stellt sich das Sneakerbusiness derzeit im Vergleich zum Vorjahr dar?

Im April entwickelte sich das Sneaker-Sortiment sowohl bei den Herren mit minus 12,7% als auch für die Damen mit minus 12,3% zum Vorjahr rückläufig. Aufgelaufen zeigen sich die Werte leicht besser (Damen: minus 8,8%, Herren: minus 9,1%). In der rollierenden Betrachtung sehen wir jedoch zumindest bei den Damen-Sneakern ein Plus von 4,9% zum Vorjahr. Bei den Herren ist allerdings auch hier eine leicht negative Entwicklung von minus 0,6% zu verzeichnen.

Welche Impulse erwarten Sie für die Sneakerumsätze durch die sportlichen Großereignisse?

Der gesamte Schuhbereich steht aktuell unter Druck. Ob sportliche Großereignisse hier spürbare zusätzliche Impulse setzen können, sehe ich eher zurückhaltend. Das Sneaker-Sortiment hat in den vergangenen Jahren bereits auf einem sehr hohen Niveau performt.

TextilWirtschaft, Aziza Freutel: „Effekte der Fußball-WM lassen sich schon erkennen“ (Montag, 18. Mai 2026)

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